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[BM 142.25] Spricht Martin: „Gut, gut, kommet nur her und machet eure Augen recht weit auf, so wird euch eure dumme Eitelkeit bald vergehen!“ Hier wendet er sich zu den Dreien, und spricht (Martin): „Nun meine geliebtesten Töchter, thut aus dem Gesichte eure Haare, und lasset es diese Eitlen sehen!“

[BM 142.29] Mit diesem letzten Worte schieben alle Drei zugleich ihr Haar auf die Seite, und ihrer zu großen Schönheit strahlendster Glanz macht bei den neugierigen eitlen Nonnen ungefähr eine ähnliche Wirkung, als so da eine jede von zehn Blitzen zugleich und auf einmal wäre getroffen worden! Alle stürzen wie über einen Haufen zusammen, und nur Einige aus ihnen schreien mit einer dumpfen Stimme:

[BM 150.10] Was solle ich aber nun nur thun, um meinen zu eselhaft großen Fehler wieder gut zu machen?! Denn wahrscheinlich werden sie es auf ein Haar wissen, was alles ich zu Dir über sie geredet habe?! O das wird schon wieder eine herrliche Wäsche abgeben!“

[BM 152.3] Ueber dieses Benehmen der Weiber wird der Martin wieder einmal unwillig, thut seinen Mund stark auf, und spricht mit einer sehr vernehmbaren Stimme: „Da haben wir’s wieder! da liegen sie gleich matt gewordenen Fröschen am Boden! Nein, so ist der Himmel bis auf die magisch herrliche Gestaltung der Dinge aber auch nicht um ein Haar besser, als die Erde mit ihren vergänglichen Wesen! Dort macht eben die Vergänglichkeit, daß die Menschen darob aus lauter Besorgnissen für ihr Leben ganz dumm werden, und darum nicht selten das Leben samt dessen für sie äußerst fataler Vergänglichkeit ganz aus den Augen so sehr verlieren, daß sie dann gleich dem Viehe in aller Dummheit ihres Daseins sogar nicht mehr wissen, was das Leben ist und ob sie noch leben; und am allerwenigsten wissen sie aber, ob sie über des Leibes Tod hinaus noch länger ihrer selbst bewußt leben werden!?

[BM 161.9] Spricht darauf der Martin zum Weisen: „Aber du unbegrenzter Weiser, so deine Weisheit so ungeheuer ist, da begreife ich ja gar nicht, wie du uns fragen kannst, was wir hier wollen, und was uns hierher geführet hat? Denn sieh, wir viel geringere Weisen durchschauen z. B. sogar dich auf ein Haar, und wissen nun schon ganz genau, was hinter deiner vermeinten höchsten Weisheit steckt! und so meine ich, du wirst uns auch auf gleiche Weise über- und durchschauen, so du im Ernste gar so ungeheuer weise bist! Was meinst du in dieser Hinsicht?“

[BM 161.31] Spricht Martin: „Ja, ja, das glaube ich dir alles auf ein Haar. Oh, oh, du bist wirklich was Großes, ja ungeheuer Großes in deiner Art; du wirst deines Gleichen auf dieser Welt sicher nimmer finden? O du, du, du, du, du!“

[BM 173.7] Werden hie und da die Arbeiter zu sehr gedrückt, so erheben sie sich dann nicht selten in großem Zorne, ziehen in großen Schaaren gegen ihre Bedrücker, und tödten sie oft zu großen Haufen, wobei sie aber dann auch gewöhnlich das eigene Leben einbüßen.

[BM 173.23] Aber die gar übervielen besitzlosen Armen müssen mit schlechter Bekleidung, und nicht selten hungrig, krank und elend in den schlechtesten Löchern ihr Leben zubringen; und wenn es ihnen nicht selten auch schon so schlecht geht, daß sie, wie es häufig der Fall ist, zu vielen Tausenden verhungern und verzweifeln müssen, so lassen sich darum die reichen Besitzer dennoch kein graues Sorgenhaar wachsen, sondern sie sehen ganz behaglich zu, und sagen: Es ist wohl gut, daß solch ein überflüssiges Bettelgesinde verendet, und wir von ihm nicht so sehr gequälet und belästiget werden.

[BM 173.24] Aber eben solche Noth, die sie am meisten bei den Armen bewirken, benützen sie dann noch mehr zu ihrem Besten; sie wuchern unmenschlich mit den in großen Massen aufgeschichteten Lebensmitteln; wer ihnen nicht das giebt oder wenigstens nicht geben kann, was sie verlangen, der kann vor ihrer Thüre verhungern, und sie werden darum nicht um ein Haar weicher in ihrem Herzen.

[BM 176.4] Daher solle Niemand eine Furcht haben, sondern sich bei aller dieser so drängend scheinbar bedrohlichen Gefahr so verhalten, als ob so gar nichts da wäre, das da zu befürchten wäre, da wird auch Niemanden ein Haar gekrümmt werden! Dieses thue sogleich Allen kund!“

[BM 183.29] Also würde auch euer Wille geschwächt werden, daß ihr nimmer könntet mit desselben alleiniger Kraft eure Gärten und Aecker bestellen, sondern ihr müßtet dann euch nur mit jenen Pflanzen begnügen, die da Samen haben und sich durch denselben fortpflanzen; und da könntet ihr dann nicht so wie jetzt fortwährend reife Eßwaaren dem Boden eurer Erde entlocken, sondern müßtet ängstlich und oft gar sehr ungeduldig die Zeit abwarten, in der die eine oder andere Frucht zur Reife kommen möchte!

[BM 189.3] Durch alle diese undenkliche Zeiträume besteht, und ist schon vor aller Schöpfung bestanden der Satan eben so böse wie nun; alle endlosen und schweren Prüfungen und Züchtigungen haben bei ihm auch nicht einmal ein Haar gebessert, und nachfolgende Ewigkeiten werden an ihm eben so wenig etwas ändern, als die vergangenen es vermocht haben.

[RB 1.1.8] Er erprobte in der Deutschen Versammlung die Macht seiner Zunge zu öfteren Malen, und hatte heimlich eine große Freude über seine gefeierten Zungensiege, woran freilich sein starker Geist den größten Antheil hatte. Auf diese Siege gestützt und allerfestest vertrauend, eilte er vom Orte seiner Bestimmung in eine große ostdeutsche Stadt, wo das Volk auch die unverkennbarsten Symptome seiner Ideen thatsächlich ans Tageslicht zu fördern begann; da wollte er so zu sagen mit Einem Schlage etliche dreißig sogenannte Fürstenfliegen todtschlagen, ohne zu bedenken, daß hinter diesen Fliegen auch Ich, Der Ich freilich für ihn Nichts war, etwa doch auch ein paar Wörtchen eher zu reden hätte, bevor sie eine Beute seines Fliegenprackers werden sollten!

[RB 1.5.5] Oder, sollte es nach dem Tode wirklich ein Fortleben der Seele geben?! – Ich aber bin ja noch mit Haut und Haaren, und sogar mit meiner Kleidung, die ich wohl verspüre, noch da! – hat denn die Seele auch Beine, Haut, Haar und Kleidung? – Wenn so, da muß also auch der Rock eine Seele haben?! – – Nein! so was anzunehmen, müßte einen Mann, wie ich, doch die ganze Unendlichkeit hell und laut auszulachen anfangen!? – hahahaha! Die Unsterblichkeit eines Rockes wäre noch beiweitem ärger als die Wunderkraft des Leibrockes Christi zu Trier, vom Bischof Arnoldi ausgestellt! – ?! – und doch, und doch, doch, doch! – Wenn ich Seele bin, ist der Rock mit mir hierher gewandert! – ? -

[RB 1.10.5] Aber es sei nun, wie es ist, ich bin nun von Allem erlöst, und zwar mit dem aus aller Weltgeschichte überzeugenden Bewußtsein, daß es allen großen Völkerwohlthätern nicht um ein Haar besser gegangen ist, als mir, der ich trotz meines guten Willens, doch noch lange kein Jesus bin!“

[RB 1.15.3] Konntest Du, mein alleredelster Freund, sogar mit der vollen Empfindung aller der gräßlichsten Marterschmerzen, Deinen Peinigern und Mördern vergeben, um wie viel mehr ich, der ich von einer leiblichen Marter bis auf die paar Stunden oder Minuten, was sie eigentlich sein mochten, doch im Grunde nichts empfunden habe, das ich als einen wirklichen Marterschmerz bezeichnen könnte.

[RB 1.31.1] Spricht Robert: „Höchstgeehrtester Freund! was solle ich da über diese Sache noch mehr denken, als was du nun gedacht und ausgesprochen hast; denn alles, was Du mir erläuterst, ist klar, wohlverständlich, und zugleich unwidersprechlich wahr! „Es kann wahrlich die Gottheit nicht anders sein und handeln, als so, wie Du es mir dargestellet hast; denn um ein Haar darüber, oder um ein Haar darunter müßte die Gottheit aufhören Gottheit zu sein, oder so Sie bliebe, da wäre es doch wenigstens mit allen Ihren Schöpfungen ehest völlig zu Ende!

[RB 1.34.5] Du hast wohl zu Deinen Jüngern ein paar Male von der Wunderkraft des Glaubens gesprochen, weißt, wo Du vom Berge versetzen etwas sagtest, das sie aber wahrscheinlich auch um kein Haar besser verstanden haben als ich!? Du müßtest alsonach nur diesen fabelhaften Glauben meinen? „Da freilich wäre mein Glaube alles eher, denn ein Glaube; denn vor meinem Glauben wäre nicht einmal ein kleinstes Sandkörnchen, geschweige ein Berg gewichen!

[RB 1.42.6] Aber, da Du mir nun gar so endlos gnädig und barmherzig bist, so bitte ich Dich aus aller Tiefe meines Herzens aber auch, daß Du mir gnädigst anzeigen möchtest, was ich wohl thun solle, damit ich solcher Deiner Gnade und Liebe denn doch wenigstens um ein Haar würdiger wäre, als ich es leider bis jetzt war? O Herr! zeige, zeige mir doch solches gnädigst an!“

[RB 1.44.8] Spricht Robert: „Freunde! kommt Zeit, kommt Rath! vor Allem meinen Dank für euren herzlichsten Gruß, und Gott dem Herrn alles Lob, daß Er mich euch Alle hier beisammen hat treffen lassen. Vor der Hand sage ich euch blos nur das: Wie auf der Erde, also auch hier hat alles seine Zeit; bevor der Apfel nicht reif ist, fällt er nicht vom Baume; wann er aber reif ist, dann richtet ein kleines Lüftchen, das gar leise durch die Zweige säuselt, mehr aus, als ehedem ein Orkan. Was sollen wir uns hier nun vor der Zeit eine extra ordinäre Mühe machen, um uns an jenen Wüthrichen zu rächen, die auf der Erde nun die Herren über alle Menschen zu sein sich dünken?! Lassen wir ihnen nur diese elende Freude noch einige Wochen oder Monde; sie werden uns dann schon von selbst kommen; und haben wir sie einmal hier, dann, Freunde, werden wir mit ihnen so ein paar Wörtleins diskuriren! Ihr versteht mich hoffentlich, was ich damit sagen will?!“

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