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[RB 2.239.6] Sehet, ich bin ein Offizier; wie oft habe ich mich in einer oder der andern Station, in der Meinung, da werde ich nun etwa ein paar Jahre verbleiben, ganz kavalierment eingerichtet, um mir da recht gütlich thun zu können; in sechs Tagen in der Nacht kam der Befehl: Binnen drei Stunden muß Alles marschfertig dastehen. Was habe ich machen wollen? Ich mußte, ohne auf einen Ersatz Rechnung machen zu dürfen, alles stante pede verlassen, und meine Füße nach der Trommel zu rühren anfangen; und was war am Ende der Grund von solch schneller Translozirung? Nichts als Laune eines Kriegsministeriums-Praktikanten oder Adjutanten. Und ich mußte mich zufriedenstellen. Hier aber ruft Gott der HErr alles Lebens Selbst, und will uns für all' das Nichts, das wir je als etwas zu besitzen wähnten, Unaussprechliches für ewig geben. Ihr Thoren! Was könnet ihr wohl verlassen Gott zu liebe, das Er euch nicht tausendfältig wieder zu ersetzen im Stande wäre. Verstehet doch die Ordnung Gottes einmal; lasset ab von euren Thorheiten, und erkennet was falsch und was wahr ist. Lasset Liebe zu Gott in euer Herz! und kommet mir mit keiner Thorheit mehr, sondern folget mir zu Gott dem HErrn hin, sonst lasse ich euch stehen und sitzen in eurem Thale Josafat.”

[RB 2.239.11] Sagt der Offizier: „Bleibet mir ewig mit dem „Herr“ weg; denn nur Gott allein ist der HErr; wir Alle aber sind Brüder und Schwestern. O HErr! Wie entsetzlich dumm sind doch Deine Menschen geworden! Das Gebet, die über Alles entzückende Erhebung des Herzens zu Dir, heiliger Vater, den himmlischesten Akt des armen Menschen auf Erden wie hier in der Welt der Geister, halten sie für eine Art Bußkasteiung, für ein drückendes Kreuz. Ah, das ist denn doch etwas zu stark! Aber leider, ihre höchst geist- und sinnlose Art zu beten, wodurch der Geist nicht belebt, sondern nur getödtet wird, ist auch im Grunde bei Gott nichts Anderes. Die Leute urtheilen wenigstens über ihr Beten ganz richtig. Diese Menschen meinen es nach ihrem freilich höchst beschränkten Verständnisse nicht schlecht, und so muß man mit ihnen ja Geduld haben; aber so ein bischen aufrütteln muß man sie denn doch, sonst würden sie schimmelig vor Dummheit. HErr, habe Geduld mit der Dummheit der Armen! Schlecht sind sie gerade nicht, aber dumm wie die Nacht. Das solle aber nichts machen, denn sie lassen sich ja belehren, nur muß man oft wider Willen einen etwas festeren Rüttler über sie kommen lassen, dann lassen sie ihre Dummheit um desto eher fahren. Vielleicht kommen noch so ein paar alte Weiber her? Nun, ein bischen rütteln; nachher thut es sich schon wieder.“

[RB 2.240.7] Ich sag' Ihnen, Herr Offizier, mich hat eigentlich so mehr die Gall' über diesen alten Lumpen umgebracht, als das Kindbett. Und glauben Sie, daß ihm etwa leid war um mich? O da sein Sie ruhig! Er hat nur eine große Freude d'ran g'habt, daß er meiner auf so eine unschuldige Art los worden ist. Na, ich bin noch so giftig auf diesen Schweinekerl, daß ich ihn quintelweis zerreißen könnt', wenn ich ihn nur so wo erwischen könnt'. Wann ich ihn so bei den Haaren packen könnt' und mit ihm in die Höll' fahren, ich machete mir aus der ganzen Höll' nichts draus.“

[RB 2.240.8] Sagt der Offizier schon ganz halbsteif vor Ungeduld und zugleich auch vor Aerger über den Alten, der dieß Mäd'l so mißbraucht hat: „Ich bitte euch um Gott, des HErrn willen! Höret einmal auf! Daß es euch unrecht ergangen ist, das ist ganz klar, aber ganz unschuldig seid ihr denn bei dieser Geschichte doch auch nicht; für eueren schlechten Theil seid ihr bereits durch die gnädigste Zulassung Gottes gezüchtiget worden, und habet sonach die Folgen eures schlechten Antheils genossen, und ihm (dem Alten) wird der HErr auch nicht ein Haar schuldig bleiben. Daher sei du nur ruhig. Vergieb dem Alten von ganzem Herzen, und komme nun mit mir zu Gott dem HErrn hin; Er wird schon Alles wieder gut machen. Denn Er Selbst spricht ja: 'Kommet Alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid; Ich werde euch Alle erquicken!' Aber Zorn dürfet ihr nicht haben in eueren Herzen, sondern Liebe sogar zu den größten Feinden, dann werdet auch ihr volle Liebe bei dem HErrn unserem Gott finden.“

[RB 2.241.3] Viele Leute hielten mich zwar für eine Pedantin, wo nicht gar für eine Halbnärrin; aber das machte auf mich gar keinen Eindruck, und ich blieb bei meiner Ordnung nagelfest, und wich nicht um ein Haar breit davon ab; denn ich habe in meiner Jugend einen sehr weisen Lehrer gehabt, der die Fähigkeit hatte, sogar sich zu gewissen Zeiten in den Verkehr mit guten Geistern zu setzen, von denen er mir nicht selten Wunderdinge erzählet hat. Obwohl ich mich aber Anfangs vor solch unheimlichen Gästen meines Lehrers sehr gescheut habe, so wußte er mir aber nach und nach dennoch so viel Muth und Begeisterung für die Bewohner der reinen Lichtsfären einzuflößen, und schilderte mir ihre Schönheit, Anmuth und Grazie derart anziehend, daß ich bald alle Furcht vor den Geistern verlor, und in mir eine große Sehnsucht rege wurde, selbst mit den Bewohnern der Lichtsfären Gottes konversiren zu können.

[RB 2.241.12] Allein ich lebte nun kaum nur drei Jahre in Ihrem Hause, und habe meinen Grundsätzen und Maximen als Mensch und Lehrer vor Gott und der Welt nach meinem durch nichts befleckten Gewissen derart getreuest gehandelt, daß ich davon aber auch nicht um ein Haar groß etwas wegnahm, noch hinzufügte; denn Wahrheit gibt es nur Eine, die weder einen Zusatz, noch eine Wegnahme duldet; und nun werde ich unter einer gewiß höchst unliebsamen, weil höchst ungerechten Anschuldigung aus diesem Hause, das mir ein volles Jahr nachrannte, hinausversorgt. – Allein das macht mir nichts; denn ungerecht dulden und leiden war in der Welt ja stets der Gerechten und Reinen Loos. Und ich freue mich deshalb; denn das gibt mir ja wieder einen neuen Beweis, daß mich Christus der HErr, in Dem ich lebe und sterbe, für einen Seiner Jünger als würdig befunden hat. Er, der HErr der Unendlichkeit, hat ja Selbst den Lohn des schwärzesten Undankes von den Menschen geärntet, und Er vergab es ihnen, weil Er wohl wußte, daß sie nicht wußten, was sie thaten. Warum solle ich, ein sündiger Mensch, es auch für übel nehmen, so ihr an mir nun eine Handlung begehet, die mir auf der Welt zwar zum offenbaren Nachtheile gereicht; aber ich, der ich nie den Vortheilen der Welt nachgejagt habe, sondern allein denen, die mir mein Gott und mein Erlöser gezeigt hat, verschmerze das leicht, was ich ohnehin nie gesucht habe, und auch künftighin nie suchen werde.

[RB 2.241.17] In meiner späteren Zeit, wo ich leider schon Witwe geworden bin, habe ich in die Erfahrung gebracht, daß dieser mein göttlicher Lehrer durch eine besondere Verwendung als Offizier zum Generalkommando gekommen ist, und von da zur Armee als Hauptmann; wohin aber, und ob er noch lebe, konnte ich nicht mehr erfahren. Er hätte damals kaum etliche und 60 Jahre alt sein können; denn ich habe mit meinem achtzehnten Jahre leider heirathen müssen, und ward aber auch in meinem 25. Jahre eine Witwe. O hätte ich da meinen Lehrer irgendwo finden können! Wie glücklich wäre ich dann geworden! Aber Gott der HErr ließ es nicht zu; ich blieb hernach unverheirathet mit einer Tochter, die so ziemlich in Allem mein Ebenbild war, bis an mein irdisches Lebensende. Vor ein paar Jahren habe ich, das Zeitliche verlassend, diese ewige Welt betreten, und erkundigte mich hier überall nach meinem Lehrer, ob er möglicherweise auch schon da wäre; konnte aber leider bisher noch keine Silbe von ihm erfahren. Er hieß Peter und abermals Peter. Ob er noch irgend einen anderen Namen hatte, konnte ich nie von ihm erfahren, auch meine Eltern nicht. Die einzige Sonderbarkeit, die dieser Lehrer der Lehrer besaß. – Nun hier in der Geisterwelt, so es möglich wäre, möchte ich denn doch von diesem Lehrer etwas erfahren. Sie sind ein so weiser Mann, ganz wie mein Peter Peter; vielleicht könnten Sie mir von ihm eine Auskunft geben. O wenn ich nur mit diesem edelsten Geiste noch einmal zusammenkäme!“ –

[RB 2.244.10] 'Dorthin, Du ewiger Vater, wo der Sterne zahllose Miriaden von heiligem Schauer gedrungen ihr reines Angesicht mit dem dunklen Schleier der Nacht umhüllen, wo der lichte Aar und der glanzvolle Schwan an dem Gotteswege ewige Wache halten, und ewig erstaunt in die nie gemessenen Tiefen Deiner Werke schauen, dorthin war auch oft mein mattes und von heiliger Wehmuth thränenfeucht gewordenes Auge gerichtet, und harrte also mit Adler und Schwan am großen Wege Jehova's, des großen Verheißenen!' Und so weiter;

[RB 2.256.4] Sage Ich: „(Früher) zu deinen Zeiten waren die Menschen zwar wohl sehr dumm; aber sie waren gläubiger wie jetzt. Sie faßten zwar Alles grobmateriell auf, und wußten vom Geistigen so zu sagen nichts. Die röthliche Kuh Aarons und Eleasars, und was mit ihr zu geschehen hatte, nahmen sie wörtlich, und es hat in den katholischen Bethäusern noch heut zu Tage sehr vieles mit dem jüdischen Sprengwasser gemein; nur wird keine Asche einer keuschen und unbejochten röthlichen Kuh mit Ysop hineingemengt. Aber um was nun die Menschen weiser geworden sind, um das sind sie auch ungläubiger. Mir aber ist der Glaube, und wäre er noch so blind, dennoch lieber, als ein sogenannter Weltgelehrter; denn im Glauben ist der irdische Mensch frei, und hat seine Seele nicht in irgend etwas gerichtet; aber in der Wissenschaft liegt schon ein Gericht.

[RB 2.257.13] Sage Ich: „Du, Mein lieber Freund! hast wohl ganz recht; es ist wahrlich ein Elend, wie es nun in der Welt aussieht! Ich sage dir, ärger um ein Bedeutendes, als zu Noa's und zu Lot's Zeiten, aber was kann man da Anderes thun, als Geduld über Geduld haben. Lasse sie heute Alle sterben, so werden sie im Geisterreiche um kein Haar besser sein, als auf der Erde. Läßt du sie aber auf der Erde eine Zeitlang herumzappeln, und sie durch ihre Thorheit recht elend werden, da gehen dann doch Viele wieder in sich, und kriechen, wie man sagt, zum Kreuze.

[RB 2.259.8] Sage Ich: „Bruder Simon! Da ist vorderhand jede Mühe vergeblich; die brauchen noch 200 Jahre, bis sie etwas heller werden. Diese sind von den Liguorianern gehörig vernagelt worden. Begeben wir uns daher nur wieder weiter! Nur werde Ich dich eher auf ein paar Augenblicke himmlisch erglänzen lassen, und zulassen, daß diese Vernagelten dich erkennen; dann aber werden wir vor ihren Augen plötzlich verschwinden. Dieß Gesicht solle ihnen ein Leitstern sein, bei dessen Schimmer sie nach und nach den wahren Weg des Lebens finden sollen.“

[RB 2.260.13] Und heute den 5. Oktober um halb 10 Uhr kam eine Schaar starker Geister durch die Luft, gab Mir Ehre, Lob und Preis, und errichtete Mir schnell ein erhabenes Wohnhaus, denn, sagte ihr Anführer: „Es ist nicht fein, den HErrn der Herrlichkeit am schmutzigen Erdgrunde weilen zu lassen.“

[RB 2.260.17] Ich aber sage zu ihm: „Siehe, das ist ein Gebirgsland. Geister, die auf den Höhen der Berge sich lagern, haben schon eine hellere Sehe, und wissen woran sie sind, und kommen daher schaarenweise zu vielen Tausenden, und bitten um eine baldige Verbesserung ihres Bestandes; aber es ist noch in Manchen eine tüchtige Portion Selbstsucht, daher darf man ihnen auch nur so viel thun, als es gerade zu ihrem Heile unumgänglich nöthig ist. Würde man ihnen zu viel thun, so würden sie darauf übermüthig, und fingen allerlei Spektakel an. So aber, so sie mehr in der Dürftigkeit gehalten werden, bleiben sie nüchtern, und reifen der Vollendung schneller entgegen. Da wirst du noch so Manches in aller Kürze erfahren, was dir bisher noch ganz fremd war. Nun nur wieder ruhig; es kommen schon wieder neue Schaaren an!“

[RB 2.261.8] Sagt Robert: „O ja, HErr und Vater! Das waren wirklich ein Paar von solch einer Schönheit, wie ich seit Deiner irdischen Mutter Maria noch keine gesehen habe. Wahrlich da wäre meine Helena, und des Peter Peter Mathilde wohl so zu sagen nichts dagegen. Es waren auch die anderen Fünfe sehr himmlisch schön, aber die Beiden waren gar ungemein schön und herrlich. Aber Eine aus den Fünfen konnte ich nicht so recht ausnehmen; sie wandte ihr Angesicht stets ab von mir; wer war denn Die?“

[RB 2.261.10] Sagt Robert: „Was waren denn hernach das für junge Böcklein, die da ganz ungebärdig auf diese Höhe kamen, und einige Minuten lang herumsprangen, als wenn ihnen nur sogleich die ganze Welt zugehört hätte?“ – Sage Ich: „Das waren so ein paar naseweise Schmeißfliegen, die noch einige Ueberpuppungen werden durchmachen müssen, bis ihre Seele die volle menschliche Form überkommen wird. Derlei Wesen haben vor uns noch keine andere Bedeutung, als die der Schmarotzerpflanzen auf den saftigen Aesten der Fruchtbäume; daher auch kein Wort mehr über derlei Nullen eines schmutzigen Daseins.“

[RB 2.262.1] „Wie gefällt dir aber die große Menge von Geistern besserer Art, die uns heute schon am frühesten Morgen der Erde haben in großen Schaaren zu besuchen angefangen, im Grunde nichts verlangten, sondern uns blos nur so eine stumme Aufwartung machten, sich hernach gegen Abend hinzogen, und auf dem Berge Plabutsch über dem Murstrome eine kurze Ruhe nahmen?“

[RB 2.263.2] Sage Ich: „Ja, ja, du Mein lieber Freund! dürftest zwar nicht ganz unrecht haben; aber unter den Dreien gibt es nur einen Hauptrenitenten, die anderen Zwei sind ein Paar ganz rare Geister. Da kommen sie schon als Okkupanten einer auch für Fleischesaugen ersichtlichen Wolke, deren besonders gegen die nördliche Seite hin dunkle Färbung es nur zu deutlich beurkundet, welcher Beschaffenheit ihre Passagiere sind. Die beiden Besseren haben zwar nur eine kleine Leibgarde, die aber, wie man in der Welt sagt, fest bei der Hand ist;

[RB 2.263.3] Aber der Eine im Hintergrunde voll stark nächtlichen Dunkels hat eine starke Leibwache bei sich, die gerade so fühlt, denkt und will, wie er selbst; ja sie imitirt ihn sogar im Athemholen und Kopfdrehen. Beobachte ihn nur, wie stolz er daherfährt auf seiner dunklen Wolke, die von der vorigen lichteren etwas entfernt ist, als ob er über Himmel und Erde zu gebieten hätte! Was sagst du zu solch einem Benehmen? Er ist nun bei drei Jahre ein Bewohner dieser Welt, und weiß, daß er es ist, ansonst er nicht auf den Wolken einherführe; aber er hat von seiner ultramontanen Gesinnung auch noch um kein Haar breit in etwas Wenigem nur nachgegeben. Er ist noch in Pleno ein päpstlicher Hausprälat. Diese Würde nimmt ihm so leicht Niemand. Denn das geht ihm bei weitem über Petrus und Paulus und Johannes, auch um sehr vieles über Maria und Josef; denn nach seinem allerbornirtesten Glauben gilt vor Gott Vater natürlich ein Bischof, besonders von seinem Kaliber, 364 mal so viel als die Maria selbst, die Christum in ihrem Leben nur einmal gebar, während er Christum schon für seine eigene hochpriesterliche Person wenigstens 365 mal in einem Gemeinjahre und natürlich 366 mal in einem Schaltjahre gebiert, und daher auch in solch einem Jahre 365 mal mehr Werth ist, denn die Maria; der anderen Geistlichen nicht zu gedenken, die seine Hand zu tagtäglichen Christusgebärern gemacht hat, welche Christusgeburten aber natürlich ihm wie eine Tantieme zu Gute kommen, und seinen Werth vor allen Engeln um's Unglaubliche erhöhen. Und in einem solchen Hochwerthsgefühle fährt er nun langsam zu uns herüber, und erwartet von uns die ehrerbietigste Aufnahme. Wie gefällt dir dieser Geist?“

[RB 2.263.5] Sagt auch der Robert: „Ich habe von diesem Zeloten sogar bis nach Sachsen die seltsamsten Stücke vernommen, und bedauerte sehr die vor uns liegende Stadt, und dieß wahrhaft paradiesisch schöne Land, daß es von solch einem Finsterlinge in kirchlicher Hinsicht beherrscht und noch dümmer gemacht wird, als es ohnehin schon seit dem allen gebildeten Steiermärkern nur zu bekannten Kaiser Ferdinand war. Dieser verschmitzte Kerl von einem Bischofe wußte sich bei dem Hofweibervolke einzuschmeicheln und einzunisten, setzte auf diesem Wege unter der Schürze Alles durch, und bildete sich so nach und nach zu einem förmlichen Kirchentirannen aus. Er vergrößerte seinen Hofstaat mit vielen in dieser Stadt und in diesem Lande schon lange aufgehobenen Orden, die er wieder einführte, und dadurch gar viele besser und heller Denkende im Geheimen auf das Aeußerste empörte. Er, dieser Kerl, hat zu dem Aufstande des Jahres 1848 nicht Geringes beigetragen, und es ist wahrlich jammerschade, daß er auf der Welt den vollen Ausbruch nicht erlebt hat. So ein paar Katzenkonzerte hätten ihm für seine Bemühungen durchaus nicht schaden können. Ist das ein Kerl gewesen, und ist es wahrscheinlich auch noch in diesem Reiche.

[RB 2.263.20] Aber nun umringen ihn die zwei anderen Bischöfe mit ihrem ganz ehrenhaft aussehenden Gefolge, und der Große, Namens Waldstein, sagt zu ihm: „Freund Kollega! Was ist es mit dir? Was willst du thun? Erkennst du die lichte Schaar denn nicht, die da unten die Kuppe des Hügels mit ihrer Gegenwart segnend deckt? Siehst du denn noch nicht so klar und deutlich wie eine Sonne am Mittagshimmel Christum den HErrn, drei Seiner ersten Apostel, alle Kaiser aus dem Hause Habsburg, den berühmten Erzbischof Migatzi, und noch eine große Menge vollendeter Geister?“

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