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Kapitel 1 Die Erde

4. Nehmet ihr z.B. einen reinen Stahl als einen unter allen Metallen solidesten Metallkörper, brechet eine solche Stahlstange entzwei, und ihr werdet an dem weißen Bruche leicht das kristallische Gefüge erkennen, welches dem freien Auge wohl frappant gleichförmig vorkommen wird; aber mit einem Mikroskope beobachtet, wird diese Bruchfläche ein Aussehen bekommen, als wie der Anblick solches kundgibt, so jemand von einem hohen Berge unter sich allerlei größere und kleinere Erhöhungen entdeckt. So aber solch ein Unterschied in dem kristallischen Gefüge eines der solidesten Metallkörper wahrgenommen werden kann, um wieviel größer ist solch ein Unterschied erst bei jenen bei weitem unsolideren Körpern, deren kristallinisches Gefüge sich oft zwischen groß und klein, dicht und weniger dicht schon für das freie Auge leicht wahrnehmbar beurkundet; und es ist demnach obiger aufgestellter Satz um so vollkommener wahr, daß der Schwere-Punkt und der Körpermaß-Mittelpunkt niemals in eines zusammenfallen können.

5. Diesen Grundsatz könnte auch jedermann bei der Bereitung einer Waage sehr leicht erschauen. Es solle jemand aus möglichst gleich dichtem Metalle einen vollkommen mathematisch ebenmäßigen Waagbalken konstruieren, selben dann in die Waaggabel hängen, und er wird sich überzeugen, daß selbst bei solch einer höchst mathematisch richtigen Ebenmäßigkeit die beiden Waagebalken oder vielmehr die beiden Teile desselben Waagebalkens niemals vollkommen eine horizontale Ebene bilden werden, sondern der eine wird dem andern etwas vorschlagen, und der Fabrikant der Waage wird dann entweder auf der einen oder auf der andern Seite dem Waagebalken mit einer Feile oder mit einem Hammer zu Hilfe kommen müssen. Die Ursache von dem liegt natürlich in obigem Grundsatze.

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