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Kapitel 23 Großes Evangelium Johannes, Buch 1

Im jüdischen Land rings um Jerusalem und unterwegs nach Samaria

23. - Des Herrn Wirken in Judäa. Die Wasser- und Feuertaufe. Der Jünger Streitfrage über die gültige Taufe

Ev.Joh.3,22. Danach kam Jesus und Seine Jünger in das jüdische Land, hatte daselbst Sein Wesen mit ihnen und taufte.

1. Als es vollends Tag war, brachen wir auf und zogen in das Judenland, das, gewisserart zu Jerusalem gehörend, um Jerusalem ungefähr also lag, wie in dieser Zeit ein Kreis um seine Kreisstadt. In etlichen Tagen konnte man ganz leicht das ganze Land abgehen.

2. Nun, was tat Ich denn in diesem Lande? Der Vers sagt, daß Ich mit ihnen Mein Wesen hatte und dann taufte; es fragt sich hier, wer so ganz eigentlich unter den „ihnen“ verstanden werden solle, und worin das Wesen bestehe, das Ich mit ihnen hatte. Unter „ihnen“ werden zuerst die Jünger, die zu Jerusalem abermals um einige Köpfe sich vermehrt hatten, verstanden, und dann aber auch alle jene, die an Meiner Lehre einen gläubigen Anteil nahmen.

3. Alle aber, die vollgläubig Meine Lehre annahmen, wurden von Mir offen mit Wasser, insgeheim aber mit dem Geiste Meiner ewigen Liebe und Weisheit getauft und erlangten dadurch die Macht, „Gottes Kinder“ zu heißen. Darin bestand also das Wesen, das Ich mit ihnen hatte. Die Lehre und was Ich getan hatte, ist teilweise von den anderen drei Evangeliums- Schreibern aufgezeichnet worden und braucht hier nicht wieder angegeben zu werden; sie bestand auch in nichts anderem als hauptsächlich in der Darstellung aller der groben Gebrechen, mit denen die Juden und Pharisäer behaftet waren, und in der Anpreisung der Liebe zu Gott und dem Nächsten.

4. Ich stellte einmal alle die Gebrechen dar, ermahnte die Sünder ernstlich zur Buße, warnte alle, die Meine Lehre annahmen, vor dem Rückfalle zum alten Sauerteige der Pharisäer, und wirkte zur für diese allermateriellste Zeit nötigen Bekräftigung Meiner sanftesten Lehre wunderbare Taten, heilte viele Kranke, reinigte die Besessenen von den unreinen Geistern und nahm stets mehr Jünger an.

Ev.Joh.3,23. Johannes aber taufte auch noch zu Enon, nahe bei Salim; denn es war viel Wassers daselbst, und sie kamen dahin und ließen sich taufen.

Ev.Joh.3,24. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis gelegt.

5. Auf diesem Meinem Zuge durch das jüdische Land kam Ich denn auch in die Nähe, allwo Johannes in der kleinen Wüste zu Enon in der Nähe von Salim taufte, weil er da Wasser hatte, während in der Gegend Bethabara der Jordan sehr wenig Wasser hatte, und was noch des Wassers da war, war trübe, unrein und voll übelriechenden Gewürms. Deshalb also hatte Johannes seinen Platz gewechselt, hielt zu Enon seine scharfen Bußpredigten und taufte auch daselbst die Menschen, die seine Lehre angenommen und eine rechte Buße getan hatten.

6. Es waren aber auch unter denen viele, die schon Meine Lehre angenommen hatten, aber vom Johannes zuvor noch nicht getauft waren. Diese fragten Mich, ob es nötig sei, sich zuvor vom Johannes taufen zu lassen. Und Ich sagte zu ihnen: „Eines nur tut not, und das ist die tatsächliche Befolgung Meiner Lehre! Wer sich aber will vom Johannes zuvor reinigen lassen, solange dieser noch frei seine Werke verrichtet, dem wird solche Reinigung gut zustatten kommen.“ Auf solche Meine Rede gingen dann viele hin und ließen sich taufen vom Johannes.

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