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Kapitel 8 Die Heilkraft des Sonnenlichts

Eine sechste Art der Verwendung des Sonnenlichtes zu Heilzwecken

1. Somit wollen wir auf die Bereitung eines anderen, ebenso kräftig wirkenden Heilmittels übergehen.

2. Nehmt fettfreie Milch von einer Ziege, gebt sie in eine ähnliche Glastasse, wie Ich sie euch früher zur Gewinnung der Schwefelkristalle beschrieben habe. Ist eine solche Tasse schwieriger zu bekommen, so tut es sich auch mit einer quadratschuhgroßen dunkelfarbigen Glastafel.

3. Betropft diese Tafel mit vorerwähnter Milch, und setzt sie der Sonne aus. In kurzer Zeit werden die Tropfen eingetrocknet sein.

4. Sind die ersten Tropfen trocken, so beträufelt die Tafel abermals mit derselben Milch, und das so lange fort, bis sich über der Glastafel oder über dem Boden der Tasse eine ziemlich dicke Kruste gebildet hat.

5. Schabt dann die Kruste behutsam von der Tafel, pulverisiert sie noch mehr durch Reiben und hebt dieses Pulver in einem Glasgefäß, vor der Einwirkung der Luft verwahrt, an einem trockenen Ort auf.

6. Zu gleicher Zeit aber gebt in ein Glasgefäß, das aber von gleichem Glas einen kuppelartigen, wohlschließenden Deckel haben muss, bis zur Hälfte desselben geschabten, reinen Kampfer und stellt es, also verschlossen, ebenfalls an die Sonne. Dadurch wird sich der eigentliche Kampfer im Glas von Tag zu Tag vermindern, aber in der obenauf befindlichen Glaskuppel wird sich ein weißlicher Reim [Niederschlag] bilden.

7. Wenn durch den Reim die Glaskuppel schon ziemlich undurchsichtig wird, so nehmt sie herab, gebt das vorbenannte Milchpulver hinein und rührt dieses so lange in dieser Kuppel herum, bis das Milchpulver diesen Reim vom Glas weg in sich aufgenommen hat.

8. Dieses Pulver verwahrt wohl in dazu geeigneten Flaschen. Es ist ein Hauptlebensmittel gegen alle inneren wie auch äußeren Übel, die von übermäßigen Anschoppungen [Blutüberfüllungen] herrühren und in allen Teilen des Leibes Geschwülste, Entzündungen und Beulen verursachen.

9. Dieses Mittel ist auch vorzugsweise für Pestkranke zu verwenden; auch bei Cholera wird es vorzügliche Dienste leisten.

10. Lungensüchtige werden ebenfalls leicht kuriert.

11. Also werden auch bösartige Hautausschläge, wie die Rose und der bekannte Scharlach, am ehesten geheilt.

12. Der Gebrauch dieses Mittels ist ein doppelter: man nimmt davon 1-3 Gran ein, oder wenn an den Extremitäten – als Händen und Füßen – Geschwülste vorkommen, so reibe man mit diesem Pulver ein reines, gesonntes Leinentuch ein und lege es trocken auf die Geschwulst, und es wird sich in Kürze die ganze Geschwulst zerteilen. Dazu ist aber auch angezeigt, je nach Beschaffenheit der Natur, 1-3 Gran einzunehmen.

13. Dieses Pulver hat auch noch die Eigenschaft, einen Sterbenden auf längere Zeit zu beleben und manchmal, so es nicht wider Meine Ordnung ist, auch vollkommen gesund zu machen, in was immer für einer Krankheit es auch jemand bis zum Sterben gebracht hätte durch Benützung grober, allopathischer Heilmittel. – Nächstens noch ein anderes Arkanum.

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