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Kapitel 190 Robert Blum, Buch 2

Der Altväter Heilsbitte für die Erde. Antwort des Herrn. Religionsfreiheit bewirkt das Ende der herrschsüchtigen religiösen Hierarchien. Vorbereitungen zur Wiederkunft des Herrn.

(Am 10. Mai 1850)

1. Treten alle Propheten und Apostel zu Mir dem Herrn hin und sagen: „Ja, Amen! Dein Name werde geheiligt, wie hier in Deinen Himmeln also auch auf Deiner Erde, die da ist nach Deiner ewigen Ordnung eine wahre Probestätte für die Geschlechter, die da zum ewigen Dasein erkeimen unter Deinem Herzen! Aber nur das, heiliger Vater, bitten wir Dich alle aus einem Herzen und aus einem Mund: Lege dem Satan einmal sein schnödes Handwerk! Nehme hinweg von Deiner Erde den Purpur und mache verschwinden Gold, Silber und das eitle Edelgestein, auf dass die Menschen nicht mehr nach dem Schimmer dieser unflätigen Dinge gieren sollen, sondern nach reiner Liebe und Wahrheit nur. Welche Schätze des Geistes im Menschen müssen zu Grabe getragen werden und können nie vom Licht Deiner Sonne beschienen werden, weil das Jagen nach all den eitelsten Dingen die Menschheit über die Maßen hindert, ihren Geist zu erwecken nach Deiner heiligen Ordnung und dann aus ihm zu schöpfen unvergängliche Reichtümer für Zeit und Ewigkeit.

2. Lege sonach endlich einmal dem Satan sein schnödes Handwerk! Mit seinem Verschwinden aus der Sphäre der Wirkung wird und muss die Menschheit zu allem, was da gut und wahr ist, geneigter und geneigter werden – weil wir dadurch einen freieren Wirkungsraum einnehmen können und auch sicherst werden; widrigenfalls die Menschheit stets tiefer und tiefer ins Verderben sinken muss. Wohl sind Deine Ratschlüsse unerforschlich und unergründlich Deine Wege. Niemand, außer Dir, ist es bekannt, wie Du in solchen Fällen vorgehst, um alles am Ende dem einzig rechten und besten Ziel zuzuführen. Aber bei manchen Wesen wird wohl eine übergedehnte Zeit erfordert, bis sie zu ihrem vorbestimmten Ziel gelangen. Also eine Abkürzung der langen Wege und der Zeiten Dauer, wie Du, o Herr, sie Selbst Deinen Völkern allen verheißen hast, wäre von uns allen Gleichgottgesinnten wohl das sehnlichst Erwünschteste!

3. Es ist wahrlich schade für Deine sonst so schöne Erde, dass sie ihre ihr stets neu geschlagenen Wunden nimmer zu heilen vermag, so Du, o Herr, ihr die stets gleichen Quäler nicht vom Leib schaffst! Was Du aber tun wirst, o Herr und Vater, das tue ja bald! Denn sonst verschmachten die Menschen vor der zu bangen Erwartung der Dinge, die da noch über die Erde kommen dürften. Wir warten freilich wohl leicht, da nun auch vor uns ob der zu großen Seligkeit bei Dir, heiliger Vater, tausend Erdjahre gleich sind wie ein flüchtiger Lenztag. Aber den armen, noch in sterblichen Hüllen lebenden Brüdern auf Erden werden bange Minuten zu Jahren und Jahre zu Ewigkeiten. Daher tue auf, o Vater, den reichen Born Deiner Liebe und Gnade, und suche die Armen auf Erden gnädigst heim und kürze ab diese arge Zeit. Dein allein heiligster Wille geschehe allzeit und ewig!“

4. Rede Ich und sage: „Ihr tut wohl daran, dass ihr also bittet. Aber es geht euch allen bei euren Bitten stets so, wie jenen, die überall zu spät kamen und da vor Mir auch stets zu spät kommen müssen, weil Ich überall, und ganz besonders hier in den Himmeln, in allem der Erste bin und sein muss – eine Bedingung, ohne die ihr nimmer einer Bitte und irgendeiner Handlung fähig wäret. Ihr seid wie Meines Leibes Glieder, die nicht eher zu handeln vermögen, als bis Mein Geist sie zu handeln antreibt. So es aber allenthalben in euch Meines Geistes bedarf, wie könnt ihr es in euch wohl meinen, dass Ich durch eure Bitte erst müsste dazu bewogen werden, um etwas zu bewerkstelligen, dessen Notwendigkeit oder Nichtnotwendigkeit Ich schon lange eher eingesehen habe, bevor noch irgendein Geist aus Mir sich eines freien Bewusstseins erfreute? Kurz, Meine lieben Kindlein, ihr kommt denn schon allemal und überall zu spät! Denn so ihr über eine Sache erst so ein wenig nachzudenken beginnt, da habe Ich schon um tausend Erdjahre vorgesorgt und alles so in den Gang gesetzt, dass nun die Erfolge-Effekte eben also zum Vorschein kommen müssen, weil sonst am Ende der allgemeine Hauptzweck unmöglich erreicht werden könnte, der da ist – ein ewiges, produktives, freiestes Leben Meiner göttlichen Gegenwart gegenüber.

5. Wenn nun in den meisten römisch-katholischen Staaten auf Erden die sogenannte Religion frei gegeben ist, somit auch die römische, was da bewirkt ist durch Mein Einfließen in die Verständnisse derer, denen das Staatsruder anvertraut ist – und diese dann solche Anordnungen zu treffen genötigt sind, durch die die herrschsüchtigste Hierarchie zugrunde gehen muss, so meine Ich, dass man da doch unmöglich mehr tun kann!? Soll Ich denn alle Hierarchien durch ein Feuer vom Himmel mit einem Schlag vertilgen? O das geht im Allgemeinen nach dem größten Werk der Erlösung wohl nicht mehr! Keine allgemeine Sündflut mehr, und kein Untergang Sodoms und Gomorrhas mehr!

6. Aber ein jedes Übel der Erde ist nun sein eigener Richter, und die Strafe folgt der Sünde auf der Ferse. Die Hierarchen verlangten ihre alte heidnische, grausame Priesterfreiheit. Und seht, sie sei ihnen – aber ohne materielle Macht! Denn auch die materielle Macht des Staates ist frei unter ihrem Regenten und kann sich nimmer von der Hierarchie knechten lassen. So aber nun die Hierarchen von ihrer grausamen Freiheit auch irgendeinen geringsten Gebrauch machen werden, so werden sie dadurch Tausende bewegen, aus ihrer schlechten Gemeinde in eine bessere überzugehen, wozu nun jedermann der freieste Weg mit guter Zurechnung für Seele und Geist gebahnt und gegeben ist. Wenn solche Übertritte von Tag zu Tag sich mehren werden, so wird die Hierarchie bald allein mit einigen wenigen Narren dastehen und ihr sicheres Ende an den Fingern zu berechnen anfangen. Wenn Ich aber solches veranlasse, davon jedem die sicherste Folge einleuchtend sein muss, was soll Ich denn da noch mehr tun? Während ihr hier bittet, sind schon Tausende von Rom abgefallen! Kann da die Zeit noch mehr verkürzt werden? Wenn der Schlange das Gift gegeben ist, sich selbst zu töten, da sie damit in ihrer Ohnmacht niemand andern mehr erreichen kann, ist nicht alles getan zu ihrem Untergang, der nun notwendig geworden ist?

7. Wie könnte Ich verheißenermaßen je wieder zur Erde kommen, so nicht der argen Hierarchie auf diese alleinig wirksamste Weise ihr altes Handwerk gänzlich gelegt würde? Käme Ich ohne dem zu den Armen, da würden sie Mich womöglich ergreifen und abermals kreuzigen mehrfältig. Käme Ich aber zu den Reichen, so würden sie Mich in den Bann tun und wider Mich alle Hölle entflammen zehnfach ärger, als sie je entflammt war, und alle Welt würde sich in einem langgrässlichsten Krieg zerfleischen. Käme Ich aber als Gott – nun, das begreift ihr doch sicher, dass da die ganze Erde gerichtet würde und kein Wesen auf ihr eines freien Atemzuges mächtig wäre.

8. So Ich aber zur Erde komme, kann Ich nur zu den Armen kommen. Darum muss früher die reiche Hierarchie in allem in die tiefste Armut gelangen. Der Verlorene muss mit den Schweinen Kost nehmen und die Reichen dürfen ihm sogar diese nicht gönnen. Und erst so ist eine rechte, nun baldigste Ausgleichung aller herrschsüchtigen Tendenzen auf der Erde möglich, und daneben auch Meine Entgegenkunft auf der Erde dem Verlorenen.

9. Eure Bitte aber war dennoch recht, denn sie ward euch gegeben; aber Meine Handlung kam ihr viel zuvor. Nun aber kommt Robert-Uraniel mit seinen Scharen daher; daher seid alle bereit zum nötigen Weiterzug.“

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