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[FL 12.22] Die ersten Kennzeichen sind die Zweifel an der Echtheit eines oder des andern Theils göttlicher Offenbarung.

[FL 12.24] Ein Zweifel ist da nichts anderes, als eine Ohnmacht des inneren Lebens, zufolge welcher der Geist in sich zurücksinkt, und in der Seele kein anderes, denn ein mattes, naturmäßiges Zwielicht scheint, wo ein Theil des Lichtes noch von den matter, und matter werdenden Strahlen des Geistes, ein Trugtheil des zunehmenden Lichtes aber von der alle Sinne täuschenden Welt herrührt.

[FL 12.25] Wohin hernach solche Geistesohnmachten führen müssen, das wird keiner großen Erklärung mehr bedürfen, so der Geist nicht bald erwecket wird wieder von Neuem durch ein kräftiges Thun nach dem Worte.

[FL 12.26] Wer aber da im Verlaufe dieses Lebens nicht wird übergehen in die wahre positive Polarität des ewigen Lebens, der wird sich selbst richten für die negative Polarität, aus welcher er ewig nimmerdar erstehen wird. –

[FL 12.30] Wer da durch das Wort gerichtet wird, oder sich vielmehr selbst richtet nach dem Worte, der nimmt das Leben in sich auf, und entspricht der göttlichen positiven Polarität, welche da ist das allerfreieste und unumschränkteste Sein.

[FL 12.31] Welcher aber das Wort nicht thatsächlich aufnimmt in sich, sondern läßt es bloß nur durch seinen negativen Verstand laufen, den wird aber das Wort selbst richten hin zur negativen Polarität, welche da ist das Grundprinzip alles Materiellen, und somit alles Todes, und alles Beschränktseins; woraus da hervorgeht, daß die naturmäßige Welt ebenso wenig ewig je mehr ein Ende nehmen wird als die geistige, sondern wird bleiben als eine ewige negativ-polarische Unterlage alles Geistigen und Freien; welches Los demnach das Glücklichere ist, für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten “entweder der negativen oder positiven Polarität Gottes einverleibt zu werden, oder ein ewig wonnevollst-freiester Engelsgeist zu sein, oder ein gebannter Satan in einem toten Steine, solches möget ihr nun selbst entscheiden.

[FL 12.33] Und solches ist bei sich zu tragen, solches was da allzeit die Wahrheit soll besagen; und eben solches ist ein überaus gutes Ding, ja das ist der ewige Ring des Lebens, in den ihr eindringen sollet, der sich aber nicht nur zur Unterhaltung des Verstandes, sondern ernst in der That nur drehet, und durch diese erst die Wahrheit als das wahre Lebenslicht in ihm erstehet, und ihn durch und durch wehet.

[FL 12.36] So ihr alles das Gesagte wohl überdenket, möget ihr da die Frage noch nicht verstehen: Kannst du nun um Sonnen freien, wie im Licht die Erd' entweihen? Oder auf deutsch gesagt! Kannst du zweien Herren dienen?

[FL 12.37] Denn wer da um Sonnen oder um lebendige Vollendung freiet, wie kann der mit diesem Lichte sich zur Außenwelt wenden, um durch dieselbe sich zu bevortheilen; oder damit ihr es noch deutlicher verstehet, wie will der durch seinen Verstand göttliche Wahrheiten ziehende Mensch dadurch zum ewigen Leben gelangen, so er nicht das Wort in sich zur That will kommen lassen?

[FL 12.41] Und also ist der Aufruf an den finstern Zweifler, daß er fliehen solle, wenn Ich Sonnen niederziehe, vollgültig; aber wohin solle er fliehen?

[FL 12.42] Die Fliege mag er fragen, und sie wird es ihm sagen, welchen Zug das Leben nimmt! Und wie es dann zurückkehren solle, ausgerüstet mit großen Wucherprozenten; aber die Fliege wird ihm auch noch sagen, wohin er noch fliehen kann, ja vielmehr fliehen muß, so er nicht zurückkehren mag durch die That des Wortes zum ewigen Leben alles Lebens.

[FL 12.43] Wer da nur schon ein wenig seine Augen geöffnet hat, der wird auch gar nicht lange zu suchen brauchen, um die ganze Unendlichkeit voll Hirschen zu erblicken, die da wahrlich um die Wette rennen zum Urziele, dahin das Leben schon in unserer Fliege seine Richtung nahm; denn „Hirsche“ und stets freier werdendes Leben bezeichnen ein und dasselbe.

[FL 12.44] Wißt ihr nun das, so wisset ihr auch, wer und wie er da heben kann die endlose Kette der Wesenreihe, die da aufsteiget zum Urborne alles Lichtes und alles Lebens.

[FL 12.45] Es ist aber die Frage hier gestellt an den Verstandesmenschen, ob auch er, der Thatlose, zu heben vermag diese Kette? und gleicherweise auch die zweite und letzte Frage. Magst du der Wahrheit Spur nicht finden, nämlich durch die That, wer wird dich sonach der Nacht des ewigen Todes entbinden.

[FL 12.50] Wohl ruft hier der David Psalter und Harfen auf, und will frühe aufstehen, um was denn zu thun?

[FL 12.51] Nichts als das Wort, denn wer das Wort in sein Herz aufnimmt und thut darnach, der danket und lobsinget Mir auf den besten Psaltern und Harfen, und thut solches unter Völkern und unter Leuten, oder er befindet sich in der Mitte der zwei schon bekannten Polaritäten, und strebet mitten hindurch zu Gott empor, und läßt sich weder irre machen von den Völkern, noch von den Leuten, oder von seinem Verstande, noch von seiner Trägheit.

[FL 12.52] Ja, wahrlich, der solches thut, dem Gott, wie dem David, ist ein rechter Ernst, der weiß gar wohl, wie weit Meine Gnade reichet, oder wie weit das Leben von Mir in alle ewigen Räume hinausgeht, welches da sind die Himmel, von denen euch heute Genügendes gesagt wurde; auch weiß er, was die „Wolken der Wahrheit“ sind, nehmlich daß sie sind die Geister des ewigen Lebens. —

[FL 12.56] Denn, wem Gott ein rechter Ernst ist, der wird sich auch vollkommen kehren zu Gott, und wird nicht mit dem einen Auge schauen auf die Welt zurück, und mit dem andern blos nur aufblicken zu Gott; er wird nicht nur seine Augen, sondern sein ganzes Wesen erheben zu Gott; aber wie es jetzt an der Zeit ist, glaubet es Mir, da gibt es gar wenig Ernstes zu Gott, und die Menschheit ist samt und sämtlich in die größte Lauheit übergegangen, und den letzten Tropfen lebender Kraft, den sie noch inne hat, verwendet sie lediglich für Weltliches.

[FL 12.58] Aber solle uns deshalb etwa bange sein? O Meine lieben Kindlein, mit Nichten! — Denn, dessen ungeachtet gehet doch Alles den Weg, welchen Mein richtendes Wort vorschreibt, entweder aufwärts oder abwärts, oder so ganz frei gesprochen: Obschon die Erde um ein theueres Lösegeld erkauft wurde, und wurde in das Centrum gestellt zwischen Meinen zwei unendlichen Polaritäten, so befinden sich dessen ungeachtet in der weiten Unendlichkeit noch gar viele Erden, auf welchen treuere Kinder, wandeln, als auf dieser alleinige undankbarsten, und doch habe Ich keiner das gethan, denn dieser!

[ZS 1.1] In der sogenannten bessern und gebildeten Welt, wo besonders die christliche Religion unter verschiedenen Sectenformen gäng und gebe ist, wird die Moral meist nur also geprediget, wie sie in politischer Hinsicht den Machthabern entweder in weltlichen oder in geistlichen Dingen gerade am zweckdienlichsten ist.

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