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[FL 3.3] Es gibt in der ganzen Schöpfung nirgends ein Ding, das da mehr als zwei Polaritäten hätte, nämlich eine bejahende und eine verneinende; und so gibt es auch nur ein Oberes und ein Unteres, welches sich einander gegenübersteht; denn das Mittlere ist nichts denn eine Verbindung des Obern und Untern; und also gibt es auch ein Äußeres und ein Inneres, ein Materielles und ein Geistiges, ein Gutes und ein Böses, ein Wahres und ein Falsches.

[FL 3.8] Wie die Fliege also voll Härchen und Spitzchen ist, haben wir schon bei der Entdeckung des ersten Wunders gesehen, da Ich euch ihr Gehen erläuterte. Allein das ist nicht die einzige Ursache, darum dieses Thierchen so behaart und bestachelt ist. Ihr werdet sobald erfahren, wozu jedem dieser Thierchen auch ein Flügelpaar zum Fliegen verliehen ist.

[FL 3.9] Sehet, dieses Thierchen wird durch das Einsaugen des elektrischen Stoffes (auf die schon bekannte Weise) also leicht, daß es gegen die Anziehungskraft der Erde nicht das allergeringste Gewicht mehr äußert, und darum von seinem kleinen Flügelpaare dann gar leicht, in allen Richtungen der Luft, herumgetragen wird.

[FL 3.11] Sehet, diese Millionen und Millionen Fliegen sind allda beauftragt, das von der Sonne zu reichlich ausgeströmte sogenannte elektrische Feuer aufzuzehren, und es auf diese Weise zu schwächen, damit es sich nicht durch die eigene Überladung in sich selbst entbinde, und dadurch einer ganzen Welt einen Garaus mache; denn sehet, dieses elektrische Feuer ist ein überaus mächtiges Feuer; es versteht sich von selbst, in seiner bejahenden Sphäre; so lange die verneinende Elektrizität eines Erdkörpers im Gleichgewichte zu der bejahenden steht, die da entwickelt wird aus den Strahlen der Sonne, so lange ist keine Entbindung der bejahenden Elektrizität möglich. Wenn aber die bejahende nur um ein Tausendstel die verneinende übersteigt, so ist auch eine freie Entbindung der bejahenden so gut als gänzlich unverhinderlich. Wie wird sonach einem solch allgemein verheerenden Übel vorgebeugt? —

[FL 3.14] Und Ich sage euch darauf: O ja, Meine Lieben! Denn sehet, eine einzige Fliege verkehrt an einem heißen Sommertage so viel bejahender Elektrizität in sich, daß, so diese könnte in ein Gefäß gesammelt werden, sie hinreichend kräftig genug wäre, in einem Augenblicke einen zehnmal größeren Berg, als euer Schloßberg ist, in Staub zu verwandeln. Also wie auch mit der Menge der Luft, welche ein Mensch in einem Tage aus- und einhaucht, wenn sie sich entzünden würde, ganz Europa könnte also zerstört werden, daß es seine jetzige Gestalt so ganz und gar einbüßen würde, darum dann Niemand erkennen möchte, daß es einstens war, oder wie es jetzt ist, ein wohlbevölkertes und fruchtbares Land.

[FL 3.16] Nehmet ihr nun an, daß ein Mensch in viermaligem Athmen einen Kubikfuß Luft verzehrt oder vielmehr verkehrt und austauschet; denket euch, wie oft der Mensch des Tages Athem holet, und ihr werdet euch erstaunen vor dem Volumen Luft, welche nur ein Mensch des Tages hindurch, oder bestimmter gesagt, im Verlaufe von 24 Stunden verzehrt, oder vielmehr verkehrt hat. Wenn ihr dieses dann nach dem Vorhergesagten nur wenig beurtheilet, so wird es euch dann sicher nicht mehr zu wunderlich klingen, so Ich vorher durch den Athem, den der Mensch des Tages ein- und aushaucht, ganz Europa zerstörbar darstellte.

[FL 4.2] Sehet, Meine lieben Kleinen, es wird euch im Sommer öfter wohl recht lästig werden, wenn so in einem Zimmer recht viele Fliegen herumfliegen und euch belästigen; besonders wenn sie so recht zudringlich werden. Allein deswegen soll dieses Thierchen Niemand schelten, denn an eben solchen Tagen verrichtet es einen sehr wichtigen kleinen Nebendienst, und zwar am allermeisten nützend dem Menschen, wie auch andern Thieren des Hauses, welche der Mensch zu seinen Diensten verwendet. Ihr möchtet wohl schon gerne wissen, worin dieser nützliche Nebendienst besteht? Aber nur eine kleine Geduld, denn es gehört noch eine kleine Erinnerung voraus, dann aber sollet ihr es sogleich haben.

[FL 4.3] Sehet, Meine lieben Kindlein, an einem solchen sehr warmen Sommertage, besonders zu einer Zeit, wo ihr irgend bemerket, daß das Quecksilber in der Wetterröhre sehr nieder steht, werden zahllose Milliarden und Milliarden von atomischen Thierchen aus dem niederstehenden Aether (Aetherthierchen) in die atmosphärische Luft ausgeboren, denen zu Folge ihr nicht selten die Luft also bläulich verdichtet ersehet, daß es euch schwer wird, auch nur einige Stunden entfernte Gegenden auszunehmen.

[FL 4.4] Wann ihr da dann Athem holet, so spazieren bei solcher Gelegenheit allzeit mehrere Trillionen in euch; obschon aber diese Thierchen so klein sind, daß ihr tausend Millionen auf einen Haufen noch gar nicht bemerken würdet, so macht aber dessen ungeachtet die Summe von mehreren Dezillionen, die ein Mensch manchmal an einem solchen Tage einathmet, doch schon etwas ziemlich Bedeutendes aus, und könnte ganz vollkommen genügen (da diese Thierchen dem leiblichen Leben höchst gefährlich sind), um den Menschen sodann plötzlich das naturmäßige Leben zu nehmen. Denn die dem naturmäßigen Leben unzuträgliche Beschaffenheit dieser Thierchen ist nahe das, was da ist die allervollkommenste Blausäure.

[FL 4.6] Sehet, derjenige Theil dieser „atomischen Aetherthierchen“, welche der Mensch einathmet, ist seiner Gesundheit gerade nicht der gefährlichste, weil er sobald von dem zu dieser Zeit ohnehin am nöthigen Sauerstoffe armen Blute begierig und wohldienlich aufgenommen wird; aber ganz anders verhält es sich mit demjenigen Theile, der sich an der äußeren Haut ansetzt, und vorzüglich an denjenigen Stellen, wo die Poren zumeist offen stehen.

[FL 4.7] Wenn daselbst diese Thierchen hineindringen, so nehmen sie gegen die vom Blute aufgenommenen einen positiven Charakter an; so lange dieser äußere Pol den innern Pol nicht überwiegt, so lange ist auch keine Gefahr vorhanden, was z. B. bei einer mittleren Temperatur der Fall ist; überwiegt aber dieser äußere Pol den innern nur um ein Millionstel, dann ist es mit dem naturmäßigen Leben auch schon die höchste Gefahr, da sich bei dieser Gelegenheit in dem Menschen entweder eine Polverkehrung veranstalten könnte, welches dann ebenso gut wäre, als so jemand sich mit einer Nadel stechen möchte, die er zuvor getaucht hätte in die allerdichteste Blausäure.

[FL 4.8] Würde aber der äußere positive Pol plötzlich bis zu einem hundertsten Theile überwiegend gegen den innern negativen Pol, sodann geschähe plötzlich eine sichtbare elektrische Entladung, durch welche der Mensch binnen wenigen Augenblicken also vernichtet werden möchte, daß da von seinem ganzen Leibe nichts als eine halbe Hand voll übelriechender Asche übrig bliebe.

[FL 4.9] Was den ersten Fall anbelangt, da sehet die Pestkrankheiten an, diese sind nichts als lauter solche Folgen; was aber den zweiten Fall anbelangt, so kommt dieser wohl freilich seltener vor, aber gänzlich unerhört sind die sogenannten Selbstverbrennungen nicht, besonders in den südlichen Ländern.

[FL 4.11] Sehet, unsere Fliege hat auch ein Augenpaar, welche für dieses Thierchen so groß sind, daß sie nahe den siebenten Theil ihres ganzen Wesens ausmachen. Ein jedes Auge für sich ist aber nicht etwa ein einzelnes Auge, sondern besteht wieder aus mehr denn tausend kleinen Augen. Diese Augen sind so ordnungsmäßig aneinander gereiht, wie die Zellen eines Bienenstocks, und laufen, ein jedes für sich kegelförmig zugespitzt, endlich alle auf einen gemeinsamen Sehpunkt zusammen und dienen auf diese Weise dem Thierchen als ein für euch unbeschreiblich stark vergrößerndes Mikroskop, mit dessen Hilfe dann dieses Thierchen sogar jedes einzelne der vorerwähnten atomischen Thierchen sehen kann. (In kleine Schrift: Her ihr Optiker, ein unschätzbares neues, uraltes Kunstobjekt.)

[FL 4.16] So wie aber dieser Nebendienst dieses Thierchens nun wohl erkennbar dasteht, auf eine gleiche Weise stehen diesem Thierchen noch mehrere solche wohlnützliche Dienste zu.

[FL 5.1] Ihr werdet an einem warmen Sommertage schon zu öftern Malen die Erfahrung gemacht haben, daß besonders an einem schwülen Nachmittage sich nicht selten des müden Menschen ein süßer Schlaf bemächtigen will. Der noch in der vollen Jugend ist, der kann sich denselben wohl durch allerlei Mittel vertreiben, dergleichen da wären besonders leibliche Bewegungen, oder sonstige unterhaltende Stellungen, in welchen der jugendliche Mensch also geweckt wird, daß der Schlaf ihn nicht so leicht bemeistern kann.

[FL 5.2] Aber ganz anders verhält es sich mit schon ganz bejahrten Menschen, deren Glieder schon vieles mitgemacht haben, und daher auch steifer, mühseliger und schläfriger geworden sind. Wenn bei denen die sie umgebende Luft an einem solchen Tage ihres Lebensstoffes hinsichtlich auf ihren Bedarf ermangelt, so tritt dann auch sobald die erwähnte Schläfrigkeit ein, und ein solcher Mensch vermag sich da nicht aufrecht zu erhalten. Damit ihr aber das Nachtheilige solchen Schlafes vollkommen ersehen möget, so ist es nothwendig, einen Blick vorher auf den natürlichen Schlaf des Menschen zu werfen.

[FL 5.5] Der negative Pol des Lebens aber entspricht ganz vollkommen dem gleichen der Erde. Wie dieser aber an und für sich der natürlichen Lebensthätigkeit widerstrebet, also auch der entsprechende im Menschen, indem er die positive Elektrizität im Menschen mehr und mehr aufzehrt, und dieser somit die äußere Lebensthätigkeit auch mehr und mehr verliert; bei welcher Gelegenheit dann zuerst jene zarten, beweglichen Theile, als z. B. die Augenlider sind, diesen Nachlaß verspüren, und sich darum auch nicht mehr aufrecht zu erhalten vermögen, und bald nach ihnen sonach auch alle andern Theile des Leibes in denselben geschwächten Zustand übergehen, welcher Zustand dann den natürlichen nächtlichen Schlaf bei den Menschen ausmacht. Fängt dann wieder der Morgen und der Aufgang der Sonne sich zu nähern an, so vermehrt sich auch, oder wird stets stärker und stärker der positive Pol, und der Mensch wird geweckter und geweckter, d. h. sein Schlafzustand wird schwächer, welches Abnehmen der negativen Polarität und verhältnißmäßiges Zunehmen der positiven so lange andauert, bis der Mensch vollkommen wach wird.

[FL 5.6] Es fragt sich jetzt nur noch einzig darum, in welchem Verhältnisse der natürliche Schlaf mit dem vorerwähnten Tagesschlafe steht. Ist dieses begriffen, so haben wir schon nahe die ganze bedungene Sache.

[FL 5.11] Sehet, da wird wieder sogleich ein sehr bedeutender Nebenzweck dieser Thierchen von großer Nützlichkeit herauskommen, und zwar einer von den zwei schon gestern vorhinein besprochenen.

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